Rituale im Schnee

Tina I. • 3. Dezember 2025

Rituale im Schnee - ein Bericht über den Ritual 2 Workshop

Endlich war es wieder so weit: Ein Treffen von Druiden in entspannter Umgebung.
Für den Ritualworkshop II von Matt McCabe und Anna Oakflower Ende November 2025 machten sich Druiden aus alles Himmelsrichtungen auf, um sich im ruhigen bayrischen Örtchen namens Voitmannsdorf auf dem Avena-Hof zu versammeln, um gemeinsam Rituale zu gestalten.
Als wir am Freitagabend ankamen, herrschte ein wirbeliges Treiben bis sich alle gegenseitig begrüßt und herzlich umarmt hatten, so als hätte man sich vor Jahren das letzte Mal gesehen. Wunderbar.
Noch bevor zum Abendessen gerufen wurde, versammelten wir uns im Seminarraum, der mit einer schönen Mitte gestaltet war. Diese ließ schon darauf schließen, was uns in den nächsten Tagen beschäftigen sollte

Es ging darum, die drei keltischen Reiche Himmel, Land und Meer mit allen Sinnen zu erleben und sie in einem Ritual für alle erfahrbar zu machen. Keine so leichte Aufgabe wie man zunächst glaubt.
Die Aufregung wurde zunächst groß, als das erneute betreten des Seminarraums von den beiden Kursleitern besonders berührend und mit bedecktem Haupt von statten ging. Umso fokussierter und ruhiger war es nach dem Ritual dann im Raum, erfüllt von den geflüsterten Worten und der besonderen Stimmung.
Nach einer Vorstellungsrunde, in der der Fokus auf die Verbindung zum eigenen Wohnort lag, ging es zum Essen, wo man sich weiter austauschen konnte. Mit wunderbarem Essen im Magen und vielen neuen Geschichten im Ohr ging es noch einmal in den Seminarraum für weitere Aufgaben.
So ging ein langer Tag zu Ende.

Am nächsten Tag wie bei Druiden nicht ungewöhnlich ging das muntere Treiben beim Frühstück weiter. Konnte man schon ahnen, dass der anstehende Tag voller Erfahrungen und Erkenntnisse sein wird.

Und so war es auch: Es wurden Geschichten aus Bildkarten erschaffen, sich durch ein Steinorakel neu in Gruppen zusammengefunden, Spaziergänge durch eine druidischer Brille betrachtet in der kalten, aber klaren Umgebung des Hofes unternommen. Die AWEN-Gesänge führten zu Gänsehautmomenten – es sollten nicht die einzigen bleiben.

Das Steinorakel teilte die Druiden in drei Gruppen, um sich jeweils intensiver mit einem der drei Reiche zu beschäftigen. Die Gestaltung einer Zeremonie zur Erfahrung dieser Reiche stand an und sollte (in gefühlter Windeseile) vorbereitet werden. Ein hektisches Treiben erfüllte den Avena-Hof und die Luft knisterte förmlich vor Anspannung, als sich alle zur Zeremonie im Seminarraum versammelten. Obwohl jede Gruppe nur eine kurze Vorbereitungszeit hatte verlief die bewegende Zeremonie heiter, zunehmend entspannter und sehr berührend. Mit allen Sinnen konnte man in die Reiche des Meeres, des Himmels und des Landes eintauchen und diese erleben. Ein Gefühl von Heimat und Angekommensein stieg in mir auf, das was ich sonst im Alltag nur sehr schwerlich erfahre.

Lieder, weise Worte und Geschichten drangen an mein Ohr, Winde wehten und Düfte umarmten mich. Wellen, die mein Innerstes spiegelten, wirbelten um mich herum, Wasser segnete mich. Steine lagen kühl in meiner Hand und Trommeln brachten mich zum Beben. Ich war gesegnet von Himmel, Meer und dem Land. Dieses Zusammentreffen in der Zeremonie klang noch lange in mir nach.

Aber der Tag war damit noch nicht vorbei! 

Draußen traf man sich, um einen Druiden zu feiern, der an diesem Wochenende 50 Jahre alt wurde. Mit einer wunderbar druidischen Torte, Feuerwerk und Liedern wurde der alternde Druide begrüßt um kurz darauf, nach einem Mini-Wellness-Angebot den kerzenerleuchteten Übergang unter einer Eichlaubkrone zu den Druiden ähnlichen Alters zu meistern. Dieser Spaß hatte aber noch kein Ende, denn nun fing das Eisteddfod an.

Druidische Geschichten und Gedichte wurde kundgetan, Chants und berührende Lieder angestimmt, Zitate geraunt und Erzählungen aus dem Leben (ich sage nur Wildgehege und Berliner „Rundlaufwohnungen“ mit vollem Körpereinsatz zum Besten gegeben. Ein absolut gelungener kreativer Abend.


Der nächste Tag brach an. Und obwohl schon etwas Abschied mitschwang, wurde dieser Tag wieder intensiv und bewegend.

Passend zum Thema „Übergänge“, was ich auf den Übergang vom Druidentreffen hin zum kurz bevorstehenden Alltag bezog, sprach erneut das Steinorakel und sortierte die Gruppen von Druiden neu.

In einer weiteren Zeremonie sollten nun die drei Reiche für das Begleiten eines solchen Übergangs gestaltet werden. Es wurde wieder trubelig und hektisch wie es halt so ist, wenn Druiden in kreative Prozesse geraten.

Wieder knisterte die Luft vor Aufregung, als wir uns zum letzten Mal an diesem Wochenende im Seminarraum einfanden.

Die Reiche des Himmels, des Meeres und des Landes führten uns wieder durch diese besondere Zeremonie. Stürme tobten, duftend wurde ein Regenbogen heraufbeschworen, intensive Lieder erklangen, Manannán mac Lir trat ein und die aus dem Wellenmeer geborenen Anwesenden in der Zeremonie wurden bestärkt und ermächtigt, um anschließend in den summenden Bauch von Mutter Erde einzutauchen, einen Vulkanstein am Herzen tragend und mit der Kraft des Wacholders neu geboren zu werden.  

Das Durchschreiten des gesprochenen Tores und baden in den Vibrationen des getönten AWEN bildete schließlich das Ende der intensiven Reise durch die drei Reiche. Was für ein Bad der Gefühle!

Noch immer ganz berührt von den Erlebnissen, Klängen und Worten der Zeremonie setzten wir uns zum Erden und Genießen an die Tische zum letzten gemeinsamen Mittagessen, bevor der Trubel der Abreise begann. 

Es war schon tiefe Nacht, als ich noch immer erfüllt von den Begegnungen und Erlebnissen des Wochenendes Zuhause ankam und sofort erschöpft ins Bett fiel.

Wer nun ebenfalls solch wundersame Begegnungen und intensives Arbeiten an Ritualen erleben möchte, kann dies demnächst auch in deutscher Sprache tun: Anna und Bernhard sind berechtigt, die offiziellen Ritualworkshops für OBODies hier anzubieten. Wenn es losgeht, findet ihr Infos auf der Homepage von Welt der Linden.


Tina Igelbrink




Bilder: Tina Igelbrink 1-4 und Conny Blütenmeer (Bild 5)

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Ja, ich weiß: Spricht man von Beltane oder der Walpurgisnacht kommt einem sofort die Maibowle und der Waldmeister in den Sinn. Ich möchte hier aber ein weiteres Kraut vorstellen, dass mit dem Fest der Fruchtbarkeit in Verbindung steht: Die Brennnessel Nicht nur, weil sie zu dem Zeitpunkt in voller Kraft steht und frisches Grün liefert, sondern auch, weil es aus den Getränken – in diesem Falle Bier – verschwunden ist, weil es ein „Feuer in den Lenden“ hervorrufen soll ... wenn das nicht zu Beltane passt ... aber dazu später mehr. Die Brennnessel als Pflanze Die Brennessel (Urtica dioica), auch Große Brennnessel genannt, aus der Familie der Brennnesselgewächse ist, wie der lateinische Name schon andeutet zweihäusig. Dass heißt, es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Wer also die wunderbaren Brennnesselsamen im Spätsommer ernten möchte, halte nach den weiblichen Pflanzen Ausschau, die dann an den vollgepackten herabhängenden Samensträngen erkennbar sind. Der Gattungsname der Brennnessel leitet sich dabei vom lateinischen Wort „urere“ (= brennen) ab und verweist auf die Brennhaare der Pflanze, die beim Kontakt mit der Haut Schmerzen und Quaddeln verursachen. Andere Namen dieser altbekannten Heilpflanze sind auch Hanfnessel, Saunessel, Donnernessel, Feuerkraut oder Teufelskraut. Brennnessel-Arten sind windbestäubt und sind keine Nektarpflanzen für Insekten. Aber dafür sind Brennnesseln eine sehr wichtige Futterpflanze für Schmetterlingsraupen. Für die Raupen von fast 50 Schmetterlingsarten sind die Brennnesseln eine Futterpflanze. Die Schmetterlingsarten wie der Admiral, das Tagpfauenauge, der Kleine Fuchs, den man auch Nesselfalter nennt, und das Landkärtchen sind beispielsweise auf die Brennnessel angewiesen, denn andere Pflanzenarten kommen für diese Arten als Futterpflanze nicht in Betracht. In Deutschland kommen noch die Kleine Brennnessel (ihre Brennhaare sind schmerzhafter finde ich), die Röhricht-Brennnessel und die Pillen-Brennnessel vor. Alle Arten werden in ähnlicher Weise genutzt. Es ist schwierig, die Brennnessel mit anderen Pflanzen zu verwechseln, da ihre Eigenschaft mit Brennhaaren ausgestattet zu sein spätestens beim Pflücken bemerkt wird. Wird man nicht mit Schmerzen begrüßt, hat man wahrscheinlich die Taubnessel erwischt, die ebenfalls essbar ist, aber medizinisch anders verwendet wird. Die Brennnessel kommt weltweit vor (mit Ausnahme der Antarktis). Ein starker Brennnesselbestand gilt allgemein als Zeiger für einen stickstoffreichen Boden. Man findet sie daher auf früher besiedelten Gebieten, weil es dort zu einer größeren Ansammlung von stickstoffhaltigen Substanzen wie Kompost, Exkrementen und dergleichen kam. Ihre Eigenschaft als Stickstoffanzeiger führte allerdings auch dazu, dass auf Luftbildern nach großen Brennnesselbeständen gesucht wurde, um an den Stellen nach Massengräbern nach den Weltkriegen zu schauen ... Die Brennnessel und ihre Geschichte und Symbolik Die Brennnessel hat eine lange Geschichte in der Welt der Spirits. Als Symbol für Stärke, Intuition und Weisheit wurde sie in vielen Kulturen verehrt. So war sie bei den Wikingern beispielsweise ein Symbol für Widerstandskraft und Schutz. Durch ihre Eigenschaft bei Berührung ein Brennen zu verursachen brachte ihr den Glauben ein, sie sei eine Pflanze für eine starke Abwehr gegen böse Geister und negative Einflüsse. Brennnesseln wurden als eine Art Schutzschild um den Hof oder in der Nähe der Haustür angepflanzt oder aufgehängt, um das Heim vor schädlichen Einflüssen und böse Geister zu bewahren. Aber auch das Tragen von einem Beutel mit getrockneten Brennnesseln oder das Räuchern von Brennnesselsamen (insbesondere in der Walpurgisnacht) galt als ein Schutz vor Teufel, Hexen, Geistern, Feuer und Blitzen. Die Brennnessel war den ganzen Frühling hindurch ein wichtiges Schutz- und Glückskraut: Brennnesselpfannkuchen am Johannistag gegessen, sollte vor dem Zauber von Elfen schützen. Man sagte auch, dass, wenn man Brennnesselgemüse am Gründonnerstag isst, man vor Geldsorgen geschützt ist. Im Frühling, der Zeit der Liebe und insbesondere zu Beltane wurde die Brennnessel ein Symbol für unerwiderte Liebe und es kam vor, dass manch einer sie als Liebesgeißel nutzte und sich damit peitschte.
von Anam Cara 22. März 2026
Lorsque je suis arrivé à Herbstein, j’ai eu l’impression que cet endroit m’accueillait comme une vieille amie. Dès mes premiers pas, une familiarité tranquille flottait dans l’air – presque comme si le sol lui-même reconnaissait mes pas. Je me suis plongé dans le charme hivernal et sombre de cette région, où le silence parle son propre langage et où chaque respiration me relie plus profondément à la terre. Au-dessus de moi, des grimpereaux, des mésanges et des moineaux chantaient – leurs voix étaient un doux salut du printemps à venir. Des écureuils s'affairaient entre les branches, et alors que l'obscurité enveloppait le jour, le cri d'une chouette m'a procuré un sentiment de calme et de sécurité. Cette nuit-là, un ciel d'une rare clarté s'est ouvert au-dessus du village de vacances. Les constellations semblaient me murmurer des histoires, et je sentais mes pensées s’envoler au loin – au-delà des forêts, vers des aspirations et des objectifs enfouis au plus profond de moi. Sous ce firmament scintillant, chaque mot, chaque sourire et chaque pensée semblait prendre tout son sens. Je sentais que tout ce qui est visible n’est qu’une partie d’un tissu plus vaste qui nous relie les uns aux autres. Ce tissu – aussi fin que la lumière dans la rosée du matin, aussi solide que les racines des vieux arbres – est devenu pour moi le symbole de notre thème : « Weaving the Web ». Je pouvais littéralement sentir comment les idées, les actions et les rencontres s’entremêlent pour former un réseau vivant : l’homme et la nature, le passé et l’avenir, le rêve et l’action. Chaque fil que nous tissons ensemble,apporte sa propre touche d'éclat à l'ensemble. Dans le sol gelé, j’ai déchiffré les traces du gibier – de discrets récits de la vie nocturne invisible, qui continue de suivre son cours dans un ordre silencieux. La rivière, sauvage et indomptable, délimitait un espace où la nature et l’homme peuvent respirer côte à côte. Je me suis laissée porter entre bosquets, sentiers enchantés et clairières ouvertes – des lieux qui invitent à s’attarder, à rêver et à écouter. Une énergie particulière et lumineuse imprégnait cet endroit. Je la sentais dans le vent, dans les branches, dans la mousse sous mes pieds. C'était comme si les gardiens de cette terre nous observaient d'un regard bienveillant – comme s'ils voulaient dire : « Vous êtes les bienvenus. » À la fin de notre cercle, un renard est apparu. Silencieux, vigilant, majestueux. Pour moi, il était un messager entre les mondes – l'animal totem de notre cercle, qui nous protégeait et me confirmait que nous étions sur la bonne voie. C’est ainsi que ce week-end de préparation à Herbstein m’a fait ses adieux, comme une compagne qui me chuchote : « Continue. » Je suis revenue en tant que membre d’une communauté qui relie le visible au mystérieux – avec en moi une étincelle porteuse d’idées, de confiance et de la certitude que chaque pas, aussi petit soit-il, fait partie d’un grand chemin commun. Anam Cara photo: Anna Oakflower
von Anam Cara 22. März 2026
When I arrived in Herbstein, it felt as though the place was welcoming me like an old friend. From the very first step, there was a quiet familiarity in the air – almost as if the ground itself recognised my footsteps. I immersed myself in the wintry, sombre charm of this land, where silence speaks its own language and every breath connects me more deeply with the earth. Above me, tree creepers, titmice and sparrows called out – their voices a quiet greeting of the coming spring. Squirrels scurried busily between the branches, and as darkness enveloped the day, the call of a tawny owl gave me a sense of peace and security. That night, a sky of rare clarity opened up above the holiday village. The constellations seemed to whisper stories to me, and I felt my thoughts drifting far away – beyond the forests, towards longings and goals that lie deep within me. Beneath this sparkling firmament, every word, every smile and every thought felt meaningful. I sensed that everything visible is merely part of a greater fabric that connects us all. This web – as delicate as the light in the morning dew, as strong as the roots of ancient trees – became for me a symbol of our theme: ‘Weaving the Web’. I could literally feel ideas, actions and encounters weaving themselves into a living web: humanity and nature, past and future, dream and deed. Every thread we spin together brings its own radiance to the whole. In the frozen ground, I read the tracks of the wildlife – quiet tales of the invisible life of the night, which continues to unfold in its silent order. The river, wild and unyielding, defined a space where nature and humanity are allowed to breathe side by side. I let myself drift amongst groves of trees, enchanted paths and open glades – places that invite one to linger, dream and listen. A peculiar, luminous energy permeated this place. I felt it in the wind, in the branches, in the moss beneath my feet. It was as though the guardians of this land were watching over us with a benevolent gaze – as if to say: “You are welcome.” As our circle drew to a close, a fox appeared. Quiet, alert, dignified. To me, it was a messenger between worlds – the spirit animal of our circle, protecting us and confirming to me that we are on the right path. And so this planning weekend in Herbstein bid me farewell like a companion whispering to me: “Keep going.” I returned as part of a community that connects the visible with the mysterious – with a spark within me that carries ideas, confidence and the knowledge that every step, however small, is part of a great shared journey. Anam Cara pictures: Anna Oakflower
von Tina Igelbrink 21. März 2026
Bärlauch Pflanzen Jahreskreis