Pflanzen zu den Jahreskreisfesten

Tina Hollerspinne • 4. August 2026

Lughnasadh - der Lavendel

Das erste Erntefest Lughnasadh fällt zusammen mit der Kornernte. Eine Pflanze, die auch zu dieser Zeit in voller Blüte steht ist der Lavendel. Sein Duft ist schon aus weiter Entfernung wahrnehmbar und die Hummeln streiten sich um die Blütenfülle. Tatsächlich sieht der Blütenstand des Lavendels einer Getreideähre auch ziemlich ähnlich.

 

Der Lavendel als Pflanze



Der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia) ist auch unter Schmalblättriger Lavendel bekannt. Er ist ein stark duftender, graufilzig behaarte Zwergstrauch der ca. 1-1,5m hoch wird. Neben dem Echten Lavendel werden hauptsächlich noch der Speik-Lavendel (Lavandula latifolia) und der Lavandin (Lavandula hybrida), eine natürliche Kreuzung aus Echtem- und Speik-Lavendel. Die Lavandin-Pflanzen sind größer als die des echten Lavendels und hat besonders große Blütenstände. Das Lavandinöl ist günstiger als das Öl des echten Lavendel und häufig die Basis für preiswerte Essenzen, Beduftung vom Waschpulver etc.

Vom Lavendel sind bis zu 37 Arten bekannt, die man sind vom Mittelmeerraum bis Westasien und auf dem Indischen Subkontinent findet. Sieben Arten kommen in Europa vor. Die Heimat des Echten Lavendels sind ursprünglich die Küstenregionen des Mittelmeerraums.

Den Lavendel erkennt man neben dem Duft an seinen violetten endständigen, lang gestielten Scheinähren, deren junge Zweige sind oft vierkantig sind. Die Blütezeit reicht von Juni bis August, in Mitteleuropa meist von Juli bis Oktober.

In allen Pflanzenteilen sind ätherische Öle enthalten. Aus den Blütenständen mit Stängel wird durch Wasserdampfdestillation ätherisches Lavendelöl gewonnen.

 

Der Lavendel und seine Geschichte und Symbolik


Lavendel und seine Verwendung durch die Menschen blickt auf eine lange Vergangenheit zurück.

Nicht nur als antiseptische Heil- und Zeremonialpflanze bei den Griechen beliebt, geht man davon aus, dass der Lavendel auch eine heilige Pflanze im alten Ägypten war und er zur Einbalsamierung von Mumien verwendet wurde. Dort wurde diese oder eine ähnliche Pflanze in ihre in ihren Hieroglyphen und Kunstwerken übernommen. Möglicherweise brachten die Ägypter Lavendel mit ewigem Leben in Verbindung.

In Persien und dem Nahen Osten wurde der Lavendel als Tee und in Speisen verwendet. Aber auch in der traditionellen Medizin fand der Verwendung.

Auch in der Bibel soll ein Lavendel Erwähnung gefunden haben. Mancherorts wird vermutet, dass die Salbe, mit der Maria die Füße von Jesus salbte, mit ätherischen Ölen aus Speik-Lavendel hergestellt wurde, denn es findet sich ein Hinweis auf eine parfümierte Salbe namens „Spikenard“, die möglicherweise von einer Pflanze namens Spiken-Lavendel stammt.

In der viktorianischen Zeit Englands symbolisierte der Lavendel Wohlstand und Luxus. Lavendelparfums und andere Lavendel-Produkte waren zu dieser Zeit äußert beliebt.

Zu Zeit der Pest wurde dem Lavendel zugesprochen, dass er durch seine mikrobiellen Eigenschaften den Menschen gegen diese Krankheit schützt.

Lavendel symbolisiert Reinheit wegen seiner reinigenden und heilenden Eigenschaften. Der Name Lavendel vom lateinischen Wort lavare, was „waschen“ bedeutet. Der Lavendel besitzt natürliche antimikrobielle Eigenschaften, wodurch Bakterien und Pilze abgetötet werden. Als Reinigungspflanze wird dem Lavendel auch das Symbol der Tugend zugesprochen. In seiner Schönheit und Schlichtheit erinnert er an das Streben nach Idealen. Im Christentum ist Lavendel daher auch ein Symbol der Jungfrau Maria, weil er Reinheit und Tugend darstellt. 

Der Lavendel ist aufgrund seiner Eigenschaften wunderbar für Reinigungs- und Entgiftungsrituale geeignet, egal ob sie umweltbedingt, körperlich, emotional oder spirituell sind. 

Man kann bei der Symbolik von Lavendel auch über seine Farbe gehen: Mit seinem violetten Farbton wird er mit positiver spiritueller Energie in Verbindung gebracht. Lavendelblüten gibt es in verschiedenen Farbschattierungen von violett bis blau. Diese beiden Farben werden gern für spirituelle Erleuchtung und dem sechsten und siebten Chakra verwendet, die einen erhöhten Bewusstseinszustand beschreiben.

Gleichzeitig steht die violette Farbe für Frieden und Respekt, weil sie aus zwei gegensätzlichen Farbtönen besteht, dem kühl wirkenden Blau und dem warm wirkenden Rot. So steht Lavendel auch Frieden.

Aufgrund seiner Fähigkeit, Menschen und Tier zu beruhigen, ist Lavendel auch ein Symbol für Gelassenheit und Ruhe geworden. Um in Meditationen oder Zeremonien Gedanken zu beruhigen und den Geist auf die meditative oder spirituelle Praxis konzentrieren zu können, kann der Lavendel eine gute Unterstützung sein.


Der Lavendel in der Medizin


Die Heilwirkung des Lavendels ist umfangreich. Volksmedizinisch wurde und wird er eingesetzt bei Bakterien- und Pilzinfektionen, Hautreizungen, Übelkeit, Schlaflosigkeit und Nervosität. Der Lavendel hat eine natürliche entzündungshemmende Wirkung auf den Körper. Ich persönlich verwende das ätherische Öl bei kleineren Verletzungen meiner Haut und Sonnenbrand. Einreibungen mit Lavendelöl werden auch zur Bekämpfung rheumatischer Beschwerden eingesetzt. 

Darüber hinaus ist Lavendel als ätherisches Öl in der Aromatherapie und als Badezusatz zur Beruhigung und bei funktionellen Kreislaufstörungen beliebt. Neben der äußerlichen Anwendung wird der Lavendel auch Tee eingenommen oder als antibakterieller Gurgellösung verwendet. Auszüge aus Lavendelblüten haben in der traditionellen Medizin leicht beruhigende, blähungswidrige und gallentreibende Eigenschaften. Man nutzt ihn bei Beschwerden wie innere Unruhe, nervöse Erschöpfung, Einschlafstörungen, Migräne, nervösen Magen-Darm- und Gallenbeschwerden. 


Der Lavendel in der Kosmetik, Küche und Haushalt


Lavendel ist eine in der Parfümerie geschätzte Pflanze. Man mag den Duft oder eben nicht, so jedenfalls meine Erfahrung. Oft hängt es mit Erinnerungen an den Duft an Personen oder Situationen zusammen. 

In Kosmetik verwendet man ihn nicht nur des Duftes wegen, sondern auch wegen seiner konservierenden (antimikrobiellen) Eigenschaften.

Aber auch in der Küche findet man den Lavendel. Besonders in der französischen, italienischen und spanischen Küche wird Lavendel oft verwendet. Das Aroma ähnelt dem des Rosmarins, nur etwas blumiger. Lavendel zählt zwar nicht generell zu den Bestandteilen der Gewürzmischung „Herbes de Provence“, ist aber häufig trotzdem enthalten. 


Ich selbst verwende getrocknete Lavendelblüten gern zur Dekoration von englischem Zitronenkuchen. Das ergibt ein zartes Lavendelaroma, der sehr gut zur frischen Zitrone passt.

Getrocknete oder frische Blüten, junge Blätter und weiche Triebe eignen sich aber auch zum Verfeinern von Gerichten wie Eintopf, Fisch, Geflügel, Lammfleisch, Salat und in Soßen und Suppen, wenn man den süßen leicht seifigen Geschmack mag. Daher nur in kleinen Mengen verwenden.  

Aber auch als Lavendelzucker (getrocknete Blüten mit Zucker fein zermahlen) ist diese Pflanze zum Aromatisieren von zarten Keksen aus Mürbeteig oder Dekoration von Torten sehr gut verwendbar.


Viele kennen den Lavendel aus einem anderen Bereich des Haushalts: Als stark duftenden Mottenkugeln oder Lavendelsäcken im Kleiderschrank. Für die insektenabweisende Verwendung werden oft Lavendelblütensäckchen zwischen die Wäsche oder in den Kleiderschank gelegt.



Tina Igelbrink


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Ja, ich weiß: Spricht man von Beltane oder der Walpurgisnacht kommt einem sofort die Maibowle und der Waldmeister in den Sinn. Ich möchte hier aber ein weiteres Kraut vorstellen, dass mit dem Fest der Fruchtbarkeit in Verbindung steht: Die Brennnessel Nicht nur, weil sie zu dem Zeitpunkt in voller Kraft steht und frisches Grün liefert, sondern auch, weil es aus den Getränken – in diesem Falle Bier – verschwunden ist, weil es ein „Feuer in den Lenden“ hervorrufen soll ... wenn das nicht zu Beltane passt ... aber dazu später mehr. Die Brennnessel als Pflanze Die Brennessel (Urtica dioica), auch Große Brennnessel genannt, aus der Familie der Brennnesselgewächse ist, wie der lateinische Name schon andeutet zweihäusig. Dass heißt, es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Wer also die wunderbaren Brennnesselsamen im Spätsommer ernten möchte, halte nach den weiblichen Pflanzen Ausschau, die dann an den vollgepackten herabhängenden Samensträngen erkennbar sind. Der Gattungsname der Brennnessel leitet sich dabei vom lateinischen Wort „urere“ (= brennen) ab und verweist auf die Brennhaare der Pflanze, die beim Kontakt mit der Haut Schmerzen und Quaddeln verursachen. Andere Namen dieser altbekannten Heilpflanze sind auch Hanfnessel, Saunessel, Donnernessel, Feuerkraut oder Teufelskraut. Brennnessel-Arten sind windbestäubt und sind keine Nektarpflanzen für Insekten. Aber dafür sind Brennnesseln eine sehr wichtige Futterpflanze für Schmetterlingsraupen. Für die Raupen von fast 50 Schmetterlingsarten sind die Brennnesseln eine Futterpflanze. Die Schmetterlingsarten wie der Admiral, das Tagpfauenauge, der Kleine Fuchs, den man auch Nesselfalter nennt, und das Landkärtchen sind beispielsweise auf die Brennnessel angewiesen, denn andere Pflanzenarten kommen für diese Arten als Futterpflanze nicht in Betracht. In Deutschland kommen noch die Kleine Brennnessel (ihre Brennhaare sind schmerzhafter finde ich), die Röhricht-Brennnessel und die Pillen-Brennnessel vor. Alle Arten werden in ähnlicher Weise genutzt. Es ist schwierig, die Brennnessel mit anderen Pflanzen zu verwechseln, da ihre Eigenschaft mit Brennhaaren ausgestattet zu sein spätestens beim Pflücken bemerkt wird. Wird man nicht mit Schmerzen begrüßt, hat man wahrscheinlich die Taubnessel erwischt, die ebenfalls essbar ist, aber medizinisch anders verwendet wird. Die Brennnessel kommt weltweit vor (mit Ausnahme der Antarktis). Ein starker Brennnesselbestand gilt allgemein als Zeiger für einen stickstoffreichen Boden. Man findet sie daher auf früher besiedelten Gebieten, weil es dort zu einer größeren Ansammlung von stickstoffhaltigen Substanzen wie Kompost, Exkrementen und dergleichen kam. Ihre Eigenschaft als Stickstoffanzeiger führte allerdings auch dazu, dass auf Luftbildern nach großen Brennnesselbeständen gesucht wurde, um an den Stellen nach Massengräbern nach den Weltkriegen zu schauen ... Die Brennnessel und ihre Geschichte und Symbolik Die Brennnessel hat eine lange Geschichte in der Welt der Spirits. Als Symbol für Stärke, Intuition und Weisheit wurde sie in vielen Kulturen verehrt. So war sie bei den Wikingern beispielsweise ein Symbol für Widerstandskraft und Schutz. Durch ihre Eigenschaft bei Berührung ein Brennen zu verursachen brachte ihr den Glauben ein, sie sei eine Pflanze für eine starke Abwehr gegen böse Geister und negative Einflüsse. Brennnesseln wurden als eine Art Schutzschild um den Hof oder in der Nähe der Haustür angepflanzt oder aufgehängt, um das Heim vor schädlichen Einflüssen und böse Geister zu bewahren. Aber auch das Tragen von einem Beutel mit getrockneten Brennnesseln oder das Räuchern von Brennnesselsamen (insbesondere in der Walpurgisnacht) galt als ein Schutz vor Teufel, Hexen, Geistern, Feuer und Blitzen. Die Brennnessel war den ganzen Frühling hindurch ein wichtiges Schutz- und Glückskraut: Brennnesselpfannkuchen am Johannistag gegessen, sollte vor dem Zauber von Elfen schützen. Man sagte auch, dass, wenn man Brennnesselgemüse am Gründonnerstag isst, man vor Geldsorgen geschützt ist. Im Frühling, der Zeit der Liebe und insbesondere zu Beltane wurde die Brennnessel ein Symbol für unerwiderte Liebe und es kam vor, dass manch einer sie als Liebesgeißel nutzte und sich damit peitschte.
von Anam Cara 22. März 2026
Lorsque je suis arrivé à Herbstein, j’ai eu l’impression que cet endroit m’accueillait comme une vieille amie. Dès mes premiers pas, une familiarité tranquille flottait dans l’air – presque comme si le sol lui-même reconnaissait mes pas. Je me suis plongé dans le charme hivernal et sombre de cette région, où le silence parle son propre langage et où chaque respiration me relie plus profondément à la terre. Au-dessus de moi, des grimpereaux, des mésanges et des moineaux chantaient – leurs voix étaient un doux salut du printemps à venir. Des écureuils s'affairaient entre les branches, et alors que l'obscurité enveloppait le jour, le cri d'une chouette m'a procuré un sentiment de calme et de sécurité. Cette nuit-là, un ciel d'une rare clarté s'est ouvert au-dessus du village de vacances. Les constellations semblaient me murmurer des histoires, et je sentais mes pensées s’envoler au loin – au-delà des forêts, vers des aspirations et des objectifs enfouis au plus profond de moi. Sous ce firmament scintillant, chaque mot, chaque sourire et chaque pensée semblait prendre tout son sens. Je sentais que tout ce qui est visible n’est qu’une partie d’un tissu plus vaste qui nous relie les uns aux autres. Ce tissu – aussi fin que la lumière dans la rosée du matin, aussi solide que les racines des vieux arbres – est devenu pour moi le symbole de notre thème : « Weaving the Web ». Je pouvais littéralement sentir comment les idées, les actions et les rencontres s’entremêlent pour former un réseau vivant : l’homme et la nature, le passé et l’avenir, le rêve et l’action. Chaque fil que nous tissons ensemble,apporte sa propre touche d'éclat à l'ensemble. Dans le sol gelé, j’ai déchiffré les traces du gibier – de discrets récits de la vie nocturne invisible, qui continue de suivre son cours dans un ordre silencieux. La rivière, sauvage et indomptable, délimitait un espace où la nature et l’homme peuvent respirer côte à côte. Je me suis laissée porter entre bosquets, sentiers enchantés et clairières ouvertes – des lieux qui invitent à s’attarder, à rêver et à écouter. Une énergie particulière et lumineuse imprégnait cet endroit. Je la sentais dans le vent, dans les branches, dans la mousse sous mes pieds. C'était comme si les gardiens de cette terre nous observaient d'un regard bienveillant – comme s'ils voulaient dire : « Vous êtes les bienvenus. » À la fin de notre cercle, un renard est apparu. Silencieux, vigilant, majestueux. Pour moi, il était un messager entre les mondes – l'animal totem de notre cercle, qui nous protégeait et me confirmait que nous étions sur la bonne voie. C’est ainsi que ce week-end de préparation à Herbstein m’a fait ses adieux, comme une compagne qui me chuchote : « Continue. » Je suis revenue en tant que membre d’une communauté qui relie le visible au mystérieux – avec en moi une étincelle porteuse d’idées, de confiance et de la certitude que chaque pas, aussi petit soit-il, fait partie d’un grand chemin commun. Anam Cara photo: Anna Oakflower
von Anam Cara 22. März 2026
When I arrived in Herbstein, it felt as though the place was welcoming me like an old friend. From the very first step, there was a quiet familiarity in the air – almost as if the ground itself recognised my footsteps. I immersed myself in the wintry, sombre charm of this land, where silence speaks its own language and every breath connects me more deeply with the earth. Above me, tree creepers, titmice and sparrows called out – their voices a quiet greeting of the coming spring. Squirrels scurried busily between the branches, and as darkness enveloped the day, the call of a tawny owl gave me a sense of peace and security. That night, a sky of rare clarity opened up above the holiday village. The constellations seemed to whisper stories to me, and I felt my thoughts drifting far away – beyond the forests, towards longings and goals that lie deep within me. Beneath this sparkling firmament, every word, every smile and every thought felt meaningful. I sensed that everything visible is merely part of a greater fabric that connects us all. This web – as delicate as the light in the morning dew, as strong as the roots of ancient trees – became for me a symbol of our theme: ‘Weaving the Web’. I could literally feel ideas, actions and encounters weaving themselves into a living web: humanity and nature, past and future, dream and deed. Every thread we spin together brings its own radiance to the whole. In the frozen ground, I read the tracks of the wildlife – quiet tales of the invisible life of the night, which continues to unfold in its silent order. The river, wild and unyielding, defined a space where nature and humanity are allowed to breathe side by side. I let myself drift amongst groves of trees, enchanted paths and open glades – places that invite one to linger, dream and listen. A peculiar, luminous energy permeated this place. I felt it in the wind, in the branches, in the moss beneath my feet. It was as though the guardians of this land were watching over us with a benevolent gaze – as if to say: “You are welcome.” As our circle drew to a close, a fox appeared. Quiet, alert, dignified. To me, it was a messenger between worlds – the spirit animal of our circle, protecting us and confirming to me that we are on the right path. And so this planning weekend in Herbstein bid me farewell like a companion whispering to me: “Keep going.” I returned as part of a community that connects the visible with the mysterious – with a spark within me that carries ideas, confidence and the knowledge that every step, however small, is part of a great shared journey. Anam Cara pictures: Anna Oakflower
von Tina Igelbrink 21. März 2026
Bärlauch Pflanzen Jahreskreis
von Anam Cara 17. März 2026
vAls ich in Herbstein ankam, fühlte es sich an, als würde mich der Ort wie eine alte Freundin empfangen. Schon beim ersten Schritt lag eine stille Vertrautheit in der Luft – fast so, als erkenne der Boden selbst meine Schritte. Ich tauchte ein in den winterlich-düsteren Charme dieses Landes, wo die Stille ihre eigene Sprache spricht und jeder Atemzug mich tiefer mit der Erde verbindet. Über mir riefen Baumläufer, Meisen und Spatzen – ihre Stimmen ein leiser Gruß des kommenden Frühlings. Eichhörnchen huschten geschäftig zwischen den Zweigen, und als die Dunkelheit den Tag umhüllte, schenkte mir der Ruf eines Waldkauzes ein Gefühl von Ruhe und Geborgenheit. In jener Nacht öffnete sich über dem Feriendorf ein Himmel von seltener Klarheit. Die Sternbilder schienen mir Geschichten zuzuflüstern, und ich spürte, wie meine Gedanken weit hinausdrifteten – über die Wälder hinweg, hin zu Sehnsüchten und Zielen, die tief in mir liegen. Unter diesem funkelnden Firmament fühlte sich jedes Wort, jedes Lächeln und jeder Gedanke bedeutungsvoll an. Ich spürte, dass alles Sichtbare nur Teil eines größeren Gewebes ist, das uns miteinander verbindet. Dieses Gewebe – fein wie das Licht im Morgentau, stark wie die Wurzeln alter Bäume – wurde für mich zum Sinnbild unseres Themas: „Weaving the Web“. Ich konnte förmlich fühlen, wie sich Ideen, Handlungen und Begegnungen zu einem lebendigen Netz verweben: Mensch und Natur, Vergangenheit und Zukunft, Traum und Tat. Jeder Faden, den wir gemeinsam spinnen, trägt seinen eigenen Glanz in das Ganze. Im gefrorenen Boden las ich die Spuren des Wildes – leise Erzählungen vom unsichtbaren Leben der Nacht, das in seiner stillen Ordnung weiterwirkt. Der Fluss, wild und unbeugsam, begrenzte dabei einen Raum, in dem Natur und Mensch nebeneinander atmen dürfen. Ich ließ mich treiben zwischen Baumgruppen, verwunschenen Pfaden und offenen Lichtungen – Orte, die zum Verweilen, Träumen und Lauschen einladen. Eine eigentümliche, helle Energie durchzog diesen Ort. Ich spürte sie im Wind, in den Ästen, im Moos unter meinen Füßen. Es war, als beobachteten uns die Hüter dieses Landes mit einem wohlwollenden Blick – als wollten sie sagen: „Ihr seid willkommen.“ Beim Abschluss unseres Kreises erschien ein Fuchs. Leise, wachsam, würdevoll. Für mich war er ein Bote zwischen den Welten – das Krafttier unseres Kreises, das uns schützte und mir bestätigte, dass wir auf dem richtigen Weg sind. So verabschiedete mich dieses Planungswochenende in Herbstein wie eine Gefährtin, die mir zuflüstert: „Geh weiter.“ Ich kehrte zurück als Teil einer Gemeinschaft, die das sichtbare mit dem geheimnisvollen verbindet – mit einem Funken in mir, der Ideen, Zuversicht und das Wissen trägt, dass jeder noch so kleine Schritt Teil eines großen gemeinsamen Weges ist. Anam Cara