Gedanken zur Wintersonnenwende

Tina Hollerspinne • 20. Dezember 2025
Man spürt schon, dass etwas in der Luft liegt.  Es ist kalt und dunkel. Man möchte sich am Liebsten Zuhause einmummeln mit einem Gewürztee und wenn man hat: An einer Feuerstelle.
Das moderne Leben sieht jedoch meist ganz anders aus. Dabei wäre es gerade jetzt zurzeit des
Rückzugs der Natur wichtig, selbst auch zur Ruhe zu kommen.

Damit das im stressigen Alltag mit Familie, Arbeit und geschäftigem Treiben möglich ist, muss man
erstmal wissen, was man eigentlich gerade braucht. Oft ist es gar nicht so viel….
Einfach mal nur atmen, langsam, ein und aus, ... und dann spüren, was höre ich? Was fühle ich? Was
rieche ich? Was sehe ich? Kann ich was schmecken? Und dann weiterfragen: Wie geht es mir gerade?
Wo drückt gerade der Schuh? Was beschäftigt mich gerade? Was möchte ich jetzt in diesem Moment
tun? Was brauche ich jetzt gerade? Das muss gar nicht viel groß und wundervoll sein….

Bei mir ist es oft einfach nur ein kurzes Durchatmen, das mir hilft mich in dieser Zeit nicht selbst zu
verlieren. Oder das Radio und die Musik, das Geplapper der Welt ausschalten. Die Gewürze beim
Backen mal intensiv wahrnehmen. Manchmal brauche ich mehr: Eine Tasse warmen Tee und eine
leuchtende Kerze. Diese kleinen Auszeiten können so viel Kraft schenken.

Noch viel schöner ist es, raus zu gehen. Nicht in den Trubel, sondern in die Natur. Anstatt auf den

Weihnachtsmarkt in den Wald, Park, Friedhof, Wiese, Garten, Terrasse, …Schon zwei, drei Minuten

können sehr stresslösend sein. Einfach mal nicht erreichbar sein, die angefangene Email einfach 10

Minuten später losschicken, einfach mal kein Foto machen und posten, nur DA sein, atmen…


Besonders intensiv ist das Atmen zusammen mit Bäumen: Sich an den Stamm lehnen und sich beim

atmen vorstellen, dass, dein Ausatmen, das enthält, was der Baum zum Einatmen braucht und dass

sein Ausatmen, dass enthält, was Du zum Einatmen brauchst. Ich nenne es für mich „Kreisatmen“,

weil ich mir den Weg der Atemluft vor meinem inneren Auge wie einen Kreislauf zusammen mit

dem Baum vorstelle.

Aber auch: Sich helfen lassen, Aufgaben auch mal abgeben, darüber nachdenken, was wirklich alles

sein muss und was auch gar nicht sein muss. Klar sind selbstgebackene Plätzchen was Schönes, aber

zum Treffen eine Packung gekaufter Kekse mitzubringen ist doch auch mal völlig okay! Es geht beim

Treffen nicht um die Plätzchen. Es darum, dass man sich die Zeit genommen hat, zu kommen und zu

bleiben und nicht darum zuvor noch zwei Stunden in der Küche gestanden zu haben, um dann völlig

gestresst und genervt zum eigentlich schönen Treffen zu kommen.

Einfach mal die eigenen Erwartungen an sich überdenken und sich fragen, was wirklich wichtig ist.


Aber es kann auch sehr schön sein, mal die Dunkelheit zu zelebrieren. Einfach mal nicht das

Licht anschalten und den Tee in einer Atmosphäre trinken, die nicht alles beleuchtet. Die Dunkelheit

lässt die Ruhe zu, das Innehalten, das sich wiederfinden und wertschätzen.

Wenn die Dunkelheit einem unangenehm ist, dann kann man eine Kerze anzünden und sich in ihrem

Schein mit dem Blick verlieren.


Um mir stärker bewusst zu werden, dass nun die Dunkelheit die Zeit Qualität ist, habe ich meinen

Adventskranz (zur Irritation meiner Familie) andersherum entzündet. Ich beginne mit vier Kerzen am

1. Advent und lösche mit jedem Adventssonntag eine Kerze mehr, so dass kurz vor der Sonnenwende

das ganze Licht gelöscht ist. Absolut dunkel, aber mit der Vorfreude auf das, was kommt. Am Tag der

Sonnenwende dann wird die erste Kerze wieder entzündet und mit den nächsten vier Wochen (bis

ungefähr Imbolc) wird auch das Licht wieder Stück für Stück mehr, sowohl draußen als auch auf

meinem Adventskranz. Dieser Kranz begleitet mich also auch durch die Rauhnachtszeit, die das

Innehalten und das In-Sich-Gehen noch mal intensiviert.

Um mich stärker mit den Elementen zu verbinden und sie in mein Bewusstsein zu bringen, ist mein

Adventskranz mit vier unterschiedlich farbigen Kerzen bestückt: rot, gelb, grün und blau


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Ja, ich weiß: Spricht man von Beltane oder der Walpurgisnacht kommt einem sofort die Maibowle und der Waldmeister in den Sinn. Ich möchte hier aber ein weiteres Kraut vorstellen, dass mit dem Fest der Fruchtbarkeit in Verbindung steht: Die Brennnessel Nicht nur, weil sie zu dem Zeitpunkt in voller Kraft steht und frisches Grün liefert, sondern auch, weil es aus den Getränken – in diesem Falle Bier – verschwunden ist, weil es ein „Feuer in den Lenden“ hervorrufen soll ... wenn das nicht zu Beltane passt ... aber dazu später mehr. Die Brennnessel als Pflanze Die Brennessel (Urtica dioica), auch Große Brennnessel genannt, aus der Familie der Brennnesselgewächse ist, wie der lateinische Name schon andeutet zweihäusig. Dass heißt, es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Wer also die wunderbaren Brennnesselsamen im Spätsommer ernten möchte, halte nach den weiblichen Pflanzen Ausschau, die dann an den vollgepackten herabhängenden Samensträngen erkennbar sind. Der Gattungsname der Brennnessel leitet sich dabei vom lateinischen Wort „urere“ (= brennen) ab und verweist auf die Brennhaare der Pflanze, die beim Kontakt mit der Haut Schmerzen und Quaddeln verursachen. Andere Namen dieser altbekannten Heilpflanze sind auch Hanfnessel, Saunessel, Donnernessel, Feuerkraut oder Teufelskraut. Brennnessel-Arten sind windbestäubt und sind keine Nektarpflanzen für Insekten. Aber dafür sind Brennnesseln eine sehr wichtige Futterpflanze für Schmetterlingsraupen. Für die Raupen von fast 50 Schmetterlingsarten sind die Brennnesseln eine Futterpflanze. Die Schmetterlingsarten wie der Admiral, das Tagpfauenauge, der Kleine Fuchs, den man auch Nesselfalter nennt, und das Landkärtchen sind beispielsweise auf die Brennnessel angewiesen, denn andere Pflanzenarten kommen für diese Arten als Futterpflanze nicht in Betracht. In Deutschland kommen noch die Kleine Brennnessel (ihre Brennhaare sind schmerzhafter finde ich), die Röhricht-Brennnessel und die Pillen-Brennnessel vor. Alle Arten werden in ähnlicher Weise genutzt. Es ist schwierig, die Brennnessel mit anderen Pflanzen zu verwechseln, da ihre Eigenschaft mit Brennhaaren ausgestattet zu sein spätestens beim Pflücken bemerkt wird. Wird man nicht mit Schmerzen begrüßt, hat man wahrscheinlich die Taubnessel erwischt, die ebenfalls essbar ist, aber medizinisch anders verwendet wird. Die Brennnessel kommt weltweit vor (mit Ausnahme der Antarktis). Ein starker Brennnesselbestand gilt allgemein als Zeiger für einen stickstoffreichen Boden. Man findet sie daher auf früher besiedelten Gebieten, weil es dort zu einer größeren Ansammlung von stickstoffhaltigen Substanzen wie Kompost, Exkrementen und dergleichen kam. Ihre Eigenschaft als Stickstoffanzeiger führte allerdings auch dazu, dass auf Luftbildern nach großen Brennnesselbeständen gesucht wurde, um an den Stellen nach Massengräbern nach den Weltkriegen zu schauen ... Die Brennnessel und ihre Geschichte und Symbolik Die Brennnessel hat eine lange Geschichte in der Welt der Spirits. Als Symbol für Stärke, Intuition und Weisheit wurde sie in vielen Kulturen verehrt. So war sie bei den Wikingern beispielsweise ein Symbol für Widerstandskraft und Schutz. Durch ihre Eigenschaft bei Berührung ein Brennen zu verursachen brachte ihr den Glauben ein, sie sei eine Pflanze für eine starke Abwehr gegen böse Geister und negative Einflüsse. Brennnesseln wurden als eine Art Schutzschild um den Hof oder in der Nähe der Haustür angepflanzt oder aufgehängt, um das Heim vor schädlichen Einflüssen und böse Geister zu bewahren. Aber auch das Tragen von einem Beutel mit getrockneten Brennnesseln oder das Räuchern von Brennnesselsamen (insbesondere in der Walpurgisnacht) galt als ein Schutz vor Teufel, Hexen, Geistern, Feuer und Blitzen. Die Brennnessel war den ganzen Frühling hindurch ein wichtiges Schutz- und Glückskraut: Brennnesselpfannkuchen am Johannistag gegessen, sollte vor dem Zauber von Elfen schützen. Man sagte auch, dass, wenn man Brennnesselgemüse am Gründonnerstag isst, man vor Geldsorgen geschützt ist. Im Frühling, der Zeit der Liebe und insbesondere zu Beltane wurde die Brennnessel ein Symbol für unerwiderte Liebe und es kam vor, dass manch einer sie als Liebesgeißel nutzte und sich damit peitschte.
von Anam Cara 22. März 2026
Lorsque je suis arrivé à Herbstein, j’ai eu l’impression que cet endroit m’accueillait comme une vieille amie. Dès mes premiers pas, une familiarité tranquille flottait dans l’air – presque comme si le sol lui-même reconnaissait mes pas. Je me suis plongé dans le charme hivernal et sombre de cette région, où le silence parle son propre langage et où chaque respiration me relie plus profondément à la terre. Au-dessus de moi, des grimpereaux, des mésanges et des moineaux chantaient – leurs voix étaient un doux salut du printemps à venir. Des écureuils s'affairaient entre les branches, et alors que l'obscurité enveloppait le jour, le cri d'une chouette m'a procuré un sentiment de calme et de sécurité. Cette nuit-là, un ciel d'une rare clarté s'est ouvert au-dessus du village de vacances. Les constellations semblaient me murmurer des histoires, et je sentais mes pensées s’envoler au loin – au-delà des forêts, vers des aspirations et des objectifs enfouis au plus profond de moi. Sous ce firmament scintillant, chaque mot, chaque sourire et chaque pensée semblait prendre tout son sens. Je sentais que tout ce qui est visible n’est qu’une partie d’un tissu plus vaste qui nous relie les uns aux autres. Ce tissu – aussi fin que la lumière dans la rosée du matin, aussi solide que les racines des vieux arbres – est devenu pour moi le symbole de notre thème : « Weaving the Web ». Je pouvais littéralement sentir comment les idées, les actions et les rencontres s’entremêlent pour former un réseau vivant : l’homme et la nature, le passé et l’avenir, le rêve et l’action. Chaque fil que nous tissons ensemble,apporte sa propre touche d'éclat à l'ensemble. Dans le sol gelé, j’ai déchiffré les traces du gibier – de discrets récits de la vie nocturne invisible, qui continue de suivre son cours dans un ordre silencieux. La rivière, sauvage et indomptable, délimitait un espace où la nature et l’homme peuvent respirer côte à côte. Je me suis laissée porter entre bosquets, sentiers enchantés et clairières ouvertes – des lieux qui invitent à s’attarder, à rêver et à écouter. Une énergie particulière et lumineuse imprégnait cet endroit. Je la sentais dans le vent, dans les branches, dans la mousse sous mes pieds. C'était comme si les gardiens de cette terre nous observaient d'un regard bienveillant – comme s'ils voulaient dire : « Vous êtes les bienvenus. » À la fin de notre cercle, un renard est apparu. Silencieux, vigilant, majestueux. Pour moi, il était un messager entre les mondes – l'animal totem de notre cercle, qui nous protégeait et me confirmait que nous étions sur la bonne voie. C’est ainsi que ce week-end de préparation à Herbstein m’a fait ses adieux, comme une compagne qui me chuchote : « Continue. » Je suis revenue en tant que membre d’une communauté qui relie le visible au mystérieux – avec en moi une étincelle porteuse d’idées, de confiance et de la certitude que chaque pas, aussi petit soit-il, fait partie d’un grand chemin commun. Anam Cara photo: Anna Oakflower
von Anam Cara 22. März 2026
When I arrived in Herbstein, it felt as though the place was welcoming me like an old friend. From the very first step, there was a quiet familiarity in the air – almost as if the ground itself recognised my footsteps. I immersed myself in the wintry, sombre charm of this land, where silence speaks its own language and every breath connects me more deeply with the earth. Above me, tree creepers, titmice and sparrows called out – their voices a quiet greeting of the coming spring. Squirrels scurried busily between the branches, and as darkness enveloped the day, the call of a tawny owl gave me a sense of peace and security. That night, a sky of rare clarity opened up above the holiday village. The constellations seemed to whisper stories to me, and I felt my thoughts drifting far away – beyond the forests, towards longings and goals that lie deep within me. Beneath this sparkling firmament, every word, every smile and every thought felt meaningful. I sensed that everything visible is merely part of a greater fabric that connects us all. This web – as delicate as the light in the morning dew, as strong as the roots of ancient trees – became for me a symbol of our theme: ‘Weaving the Web’. I could literally feel ideas, actions and encounters weaving themselves into a living web: humanity and nature, past and future, dream and deed. Every thread we spin together brings its own radiance to the whole. In the frozen ground, I read the tracks of the wildlife – quiet tales of the invisible life of the night, which continues to unfold in its silent order. The river, wild and unyielding, defined a space where nature and humanity are allowed to breathe side by side. I let myself drift amongst groves of trees, enchanted paths and open glades – places that invite one to linger, dream and listen. A peculiar, luminous energy permeated this place. I felt it in the wind, in the branches, in the moss beneath my feet. It was as though the guardians of this land were watching over us with a benevolent gaze – as if to say: “You are welcome.” As our circle drew to a close, a fox appeared. Quiet, alert, dignified. To me, it was a messenger between worlds – the spirit animal of our circle, protecting us and confirming to me that we are on the right path. And so this planning weekend in Herbstein bid me farewell like a companion whispering to me: “Keep going.” I returned as part of a community that connects the visible with the mysterious – with a spark within me that carries ideas, confidence and the knowledge that every step, however small, is part of a great shared journey. Anam Cara pictures: Anna Oakflower
von Tina Igelbrink 21. März 2026
Bärlauch Pflanzen Jahreskreis