Kontakt mit der Linde und anschließend mit den Ritualkreisen an den verschiedenen Orten aufnehmen
Heute stehen wir an unterschiedlichen Orten und feiern die Linde.
Du hast Geschwister, die mit Freude und Liebe gepflanzt werden, und andere Linden, die heute geehrt werden.
Hand in Hand und Herz an Herz verbinden wir uns und wünschen, dass du dich mit den anderen Linden verbindest – ein Netz voller Geborgenheit und Freude webst, in Frieden und Freiheit.
Alle: Trommeln bis es sich anfühlt, dass das Tor der Gemeinschaft geöffnet ist
Kontakt aufnehmen mit dem Baum
Druide:
Schaut euch diese Linde und ihren Standort an. Seit vielen Generationen steht sie hier. Ihre Wurzeln reichen tief in diesen Boden; ihre Krone ist Teil dieser Landschaft. Sie steht in Verbindung mit den Bäumen um sie herum, mit dem Wasser, dem Wind und den Tieren, die hier leben. Auch Menschen gehören zu ihrer Geschichte: Sie haben unter ihr Schutz gesucht, sich getroffen, geredet und gefeiert. Wir nehmen wahr, was schon lange da ist, und begegnen diesem alten Baum mit Aufmerksamkeit und Respekt.
Vielleicht möchtet ihr nicht nur Wasser darbringen, sondern auch eine Gießkanne mit Schachtelhalmwasser, das die Linde zusätzlich nährt.
Segnet die Erde, auf der der Baum steht, damit er gut genährt wird.
Osten: Einen Segen für die Luft, die mit deinen Blättern spielt. Möge sie dir Nahrung für Chlorophyll bieten.
Süden: einen Segen für die Sonne, die dich wärmt.
Westen: Einen Segen für das Wasser, das durch dich fließt. Möge es dich nähren.
Norden: Einen Segen für die Erde, auf der du stehst. Möge sie dich nähren und in guter Verbindung mit dir stehen.
Druide: Die Erde soll dich schützen und nähren. Mögest du feste Wurzeln bilden, mögest du Halt finden in stürmischen Zeiten und Nahrung in der Tiefe von Mutter Erde.
Mögest du stark im Wind stehen und die Liebe und Geborgenheit, die an diesem Tag begründet wird, so tief wachsen wie deine Wurzeln.
Alle: 3 Awens für den Baum singen.
Von allen 4 Himmelsrichtungen geben wir Kraft für diesen Baum:
Norden: Gib noch einmal Erde oder setz einen Stein an den Baum
Osten: Wünsche: Wir schreiben unsere guten Wünsche auf ein Papier (eventuell schon vorbereitet) und entweder wir stecken sie in die Erde oder hängen bunte Bänder in den Baum oder an den Stamm – da der Setzling wahrscheinlich klein ist, überfrachtet den Baum nicht und passt auf die Äste auf.
Alternativ könnt ihr auch eure Wünsche aussprechen und mit oder ohne Räucherwerk über den Setzling pusten.
Süden: Bringt Honig und Milch – die Überlieferungen beschreiben, wie die Anderswelt das Land ist, in dem Milch und Honig fließen. So gebt von beiden für Fülle und Segen der Anderswelt.
Westen: Alle sprechen den Neun-Wellen-Segen, der Westen gibt bei jeder Welle ein wenig Wasser (mit einer Muschel oder mit den Händen geschöpft an den Setzling)
9 Wellen
ALLE: 9 Wellen für die Linde
1 kleine Welle für deine Gestalt
1 kleine Welle für deine linden Wurzeln
1 kleine Welle für deine linden Blätter
1 kleine Welle für deine Blüten und Samen
1 kleine Welle für deine Nahrung
1 kleine Welle für deinen Großmut
1 kleine Welle für deinen Ort (Wald, Wiese, Acker, Garten wo habt ihr eure Linde hingepflanzt?)
1 kleine Welle für dein Leben
1 kleine Welle für deine Gesundheit
9 Wellen der Gnade für dich
9 Wellen des Quells der Gesundheit
*lint – altdeutsche Sprachwurzel für Lindenwurzeln , lind – althochdeutsch weit, sanft, mild, nachgiebig
Druide:
Gebt ruhig ein wenig Zeit, bevor ihr sprecht:
Deine Wurzeln sind lint. Aus dem Indogermanischen abgeleitet bedeutet dies weich, biegsam. Mögen deine Wurzeln sich leicht und biegsam Nahrung suchen. Mögen sich dein Stamm und deine Äste lint entfalten.
Deine Blätter sind lind. Das bedeutet weich, sanft, süß. Mögen deine Blätter immer genügend Licht haben und sanft im Wind rascheln.
Alle: Kaskadierende Awens
Druide:
Die Linde ist ein Baum der Kreativität, der Gedichte und Lieder.
Sie freut sich und wächst besser und schöner, wenn sie besungen und bedichtet wird.
Hier ist ein Gedicht von Ian, dem Weißen Schatten, für den Baum, lasst es uns gemeinsam sprechen: