Warum wir Frieden schaffen!
7. Juni 2020
Es sei Frieden in der ganzen Welt

Es sei Frieden im Norden
Es sei Frieden im Süden
Es sei Frieden im Westen
Es sei Frieden im Osten
In den druidischen Ritualen, die im OBOD verwendet werden, werden diese Zeilen
am Anfang des Rituals von jemandem in die Himmelsrichtungen gesprochen.
Meistens eingeleitet vom Herold mit den Worten: Doch lasst uns zunächst Frieden
schaffen, denn ohne Frieden können wir nicht arbeiten…
Warum machen wir das eigentlich?
Man könnte auf die Idee kommen, dass es vor allem darum geht in der äußeren Welt Frieden zu schaffen und mit den Energien des Rituals Frieden in die Welt zu senden.
Das stimmt natürlich auch, ist aber genau genommen nur die halbe Wahrheit.
Frieden schaffen bedeutet zunächst in mir selbst Frieden zu schaffen. Das klingt einfach, ist aber ziemlich komplex, weil wir auf so viele verschiedene Arten im
Unfrieden sein können.
Beginnen wir mit den äußeren Umständen:
Habe ich alles für mein Ritual richtig vorbereitet? Stehe ich im Gruppenritual im Norden, wäre aber lieber der Süden
gewesen? Bekomme ich die Kerze nicht ordentlich an, weil der Wind sie immer auspustet...müsste ich noch das...jenes...
Das Ritual ist jetzt daran!
Jetzt ist das Ritual dran. Wir schließen Frieden mit den Umständen, so wie sie JETZT sind. Wir sind im Frieden mit allem was ist und auch die
Perfektionist*innen unter uns nehmen nun alles so hin und lassen sich nicht
ablenken
Innerer Frieden kann aber noch mehr bedeuten.
Friede in die Himmelsrichtungen zu
geben heisst auch, Frieden mit den elementaren Anteilen in uns zu schließen. Friede
mit meinen Persönlichkeitsanteilen der Erde, der Luft, des Feuers und des Wassers,
Friede mit meinen Bedürfnissen und Problemen. Zumindest für die Dauer des
Rituals sind wir im Frieden mit uns selbst und sind ganz gegenwärtig. Auch
außerhalb eines Rituals kann es uns helfen ganz bewusst Frieden zu schließen mit
all unseren inneren Aspekten. Das heisst nicht, dass man sich nicht mehr verändern
will und kann, sondern ist, im Gegenteil, der erste Schritt dazu. Denn nur, wenn ich
mich selbst so anerkenne, wie ich jetzt gerade bin und nicht mehr gegen das IST
ankämpfe, kann ich auch von hier aus weitergehen. Alles was uns zu dem gemacht
hat, was wir heute sind ist bereits geschehen und inneren Frieden damit zuschließen
ist sehr wertvoll. Das heisst natürlich nicht, dass unsere rituelle Handlung Frieden zu
schaffen uns für immer in inneren Frieden bringt, es gibt sicher bei jedem von uns
Erlebnisse in der Vergangenheit, bei denen es länger dauert und mehr Arbeit ist,
wirklich wieder dauerhaft in inneren Frieden zu kommen. Aber allein der Wille hier
und jetzt eine Weile alle Probleme beiseite zu lassen und in innerem Frieden zu sein
bringt uns die Ruhe, die wir für ein Ritual brauchen. Wir nehmen Abstand von
unserem Ego, das immer irgendwas will und irgendwas zu meckern hat und
konzentrieren uns ganz auf unser SEIN.
Frieden von innen nach außen tragen
In einem zweiten Schritt geht es darum, diesen inneren Frieden nach Außen zu
tragen. In einem Gruppenritual ist es gut, wenn nicht nur alle mit sich selbst im
Frieden sind, sondern auch die Gruppe miteinander im Frieden ist. Auch hier ist
einmal rituell Frieden schaffen nicht die dauerhafte Lösung aller Probleme. Wenn es
Unfrieden in einer Gruppe gibt (und das ist völlig normal, dass es den mal gibt)
müssen Lösungen gefunden werden. Aber nicht jetzt, denn jetzt machen wir ein
Ritual. Und für diesen Moment sind alle Meinungen, Verschiedenheiten und
vergangene Konflikte ruhend. Wir sind in Frieden miteinander verbunden. Auch das
heisst Frieden schaffen: Jetzt und hier wollen wir miteinander im Frieden sein, wir
entscheiden uns dafür miteinander dieses Ritual zu feiern und lassen uns voll
aufeinander ein.
Und wenn wir das können: von unserem Ego und all unseren Konflikten mit anderen
zurücktreten und uns ganz auf diesen Moment einlassen und im Frieden sein, dann
können wir diese Friedensenergie auch in die Himmelsrichtungen schicken.
Desto mehr Frieden wir in uns selbst spüren, desto mehr strahlen wir Frieden aus und senden ihn in die Welt.
Desto mehr Frieden wir in uns selbst spüren, desto mehr strahlen wir Frieden aus und senden ihn in die Welt.
#druidentum #frieden #magie #spiritualität #naturspiritualität

Ja, ich weiß: Spricht man von Beltane oder der Walpurgisnacht kommt einem sofort die Maibowle und der Waldmeister in den Sinn. Ich möchte hier aber ein weiteres Kraut vorstellen, dass mit dem Fest der Fruchtbarkeit in Verbindung steht: Die Brennnessel Nicht nur, weil sie zu dem Zeitpunkt in voller Kraft steht und frisches Grün liefert, sondern auch, weil es aus den Getränken – in diesem Falle Bier – verschwunden ist, weil es ein „Feuer in den Lenden“ hervorrufen soll ... wenn das nicht zu Beltane passt ... aber dazu später mehr. Die Brennnessel als Pflanze Die Brennessel (Urtica dioica), auch Große Brennnessel genannt, aus der Familie der Brennnesselgewächse ist, wie der lateinische Name schon andeutet zweihäusig. Dass heißt, es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Wer also die wunderbaren Brennnesselsamen im Spätsommer ernten möchte, halte nach den weiblichen Pflanzen Ausschau, die dann an den vollgepackten herabhängenden Samensträngen erkennbar sind. Der Gattungsname der Brennnessel leitet sich dabei vom lateinischen Wort „urere“ (= brennen) ab und verweist auf die Brennhaare der Pflanze, die beim Kontakt mit der Haut Schmerzen und Quaddeln verursachen. Andere Namen dieser altbekannten Heilpflanze sind auch Hanfnessel, Saunessel, Donnernessel, Feuerkraut oder Teufelskraut. Brennnessel-Arten sind windbestäubt und sind keine Nektarpflanzen für Insekten. Aber dafür sind Brennnesseln eine sehr wichtige Futterpflanze für Schmetterlingsraupen. Für die Raupen von fast 50 Schmetterlingsarten sind die Brennnesseln eine Futterpflanze. Die Schmetterlingsarten wie der Admiral, das Tagpfauenauge, der Kleine Fuchs, den man auch Nesselfalter nennt, und das Landkärtchen sind beispielsweise auf die Brennnessel angewiesen, denn andere Pflanzenarten kommen für diese Arten als Futterpflanze nicht in Betracht. In Deutschland kommen noch die Kleine Brennnessel (ihre Brennhaare sind schmerzhafter finde ich), die Röhricht-Brennnessel und die Pillen-Brennnessel vor. Alle Arten werden in ähnlicher Weise genutzt. Es ist schwierig, die Brennnessel mit anderen Pflanzen zu verwechseln, da ihre Eigenschaft mit Brennhaaren ausgestattet zu sein spätestens beim Pflücken bemerkt wird. Wird man nicht mit Schmerzen begrüßt, hat man wahrscheinlich die Taubnessel erwischt, die ebenfalls essbar ist, aber medizinisch anders verwendet wird. Die Brennnessel kommt weltweit vor (mit Ausnahme der Antarktis). Ein starker Brennnesselbestand gilt allgemein als Zeiger für einen stickstoffreichen Boden. Man findet sie daher auf früher besiedelten Gebieten, weil es dort zu einer größeren Ansammlung von stickstoffhaltigen Substanzen wie Kompost, Exkrementen und dergleichen kam. Ihre Eigenschaft als Stickstoffanzeiger führte allerdings auch dazu, dass auf Luftbildern nach großen Brennnesselbeständen gesucht wurde, um an den Stellen nach Massengräbern nach den Weltkriegen zu schauen ... Die Brennnessel und ihre Geschichte und Symbolik Die Brennnessel hat eine lange Geschichte in der Welt der Spirits. Als Symbol für Stärke, Intuition und Weisheit wurde sie in vielen Kulturen verehrt. So war sie bei den Wikingern beispielsweise ein Symbol für Widerstandskraft und Schutz. Durch ihre Eigenschaft bei Berührung ein Brennen zu verursachen brachte ihr den Glauben ein, sie sei eine Pflanze für eine starke Abwehr gegen böse Geister und negative Einflüsse. Brennnesseln wurden als eine Art Schutzschild um den Hof oder in der Nähe der Haustür angepflanzt oder aufgehängt, um das Heim vor schädlichen Einflüssen und böse Geister zu bewahren. Aber auch das Tragen von einem Beutel mit getrockneten Brennnesseln oder das Räuchern von Brennnesselsamen (insbesondere in der Walpurgisnacht) galt als ein Schutz vor Teufel, Hexen, Geistern, Feuer und Blitzen. Die Brennnessel war den ganzen Frühling hindurch ein wichtiges Schutz- und Glückskraut: Brennnesselpfannkuchen am Johannistag gegessen, sollte vor dem Zauber von Elfen schützen. Man sagte auch, dass, wenn man Brennnesselgemüse am Gründonnerstag isst, man vor Geldsorgen geschützt ist. Im Frühling, der Zeit der Liebe und insbesondere zu Beltane wurde die Brennnessel ein Symbol für unerwiderte Liebe und es kam vor, dass manch einer sie als Liebesgeißel nutzte und sich damit peitschte.

Lorsque je suis arrivé à Herbstein, j’ai eu l’impression que cet endroit m’accueillait comme une vieille amie. Dès mes premiers pas, une familiarité tranquille flottait dans l’air – presque comme si le sol lui-même reconnaissait mes pas. Je me suis plongé dans le charme hivernal et sombre de cette région, où le silence parle son propre langage et où chaque respiration me relie plus profondément à la terre. Au-dessus de moi, des grimpereaux, des mésanges et des moineaux chantaient – leurs voix étaient un doux salut du printemps à venir. Des écureuils s'affairaient entre les branches, et alors que l'obscurité enveloppait le jour, le cri d'une chouette m'a procuré un sentiment de calme et de sécurité. Cette nuit-là, un ciel d'une rare clarté s'est ouvert au-dessus du village de vacances. Les constellations semblaient me murmurer des histoires, et je sentais mes pensées s’envoler au loin – au-delà des forêts, vers des aspirations et des objectifs enfouis au plus profond de moi. Sous ce firmament scintillant, chaque mot, chaque sourire et chaque pensée semblait prendre tout son sens. Je sentais que tout ce qui est visible n’est qu’une partie d’un tissu plus vaste qui nous relie les uns aux autres. Ce tissu – aussi fin que la lumière dans la rosée du matin, aussi solide que les racines des vieux arbres – est devenu pour moi le symbole de notre thème : « Weaving the Web ». Je pouvais littéralement sentir comment les idées, les actions et les rencontres s’entremêlent pour former un réseau vivant : l’homme et la nature, le passé et l’avenir, le rêve et l’action. Chaque fil que nous tissons ensemble,apporte sa propre touche d'éclat à l'ensemble. Dans le sol gelé, j’ai déchiffré les traces du gibier – de discrets récits de la vie nocturne invisible, qui continue de suivre son cours dans un ordre silencieux. La rivière, sauvage et indomptable, délimitait un espace où la nature et l’homme peuvent respirer côte à côte. Je me suis laissée porter entre bosquets, sentiers enchantés et clairières ouvertes – des lieux qui invitent à s’attarder, à rêver et à écouter. Une énergie particulière et lumineuse imprégnait cet endroit. Je la sentais dans le vent, dans les branches, dans la mousse sous mes pieds. C'était comme si les gardiens de cette terre nous observaient d'un regard bienveillant – comme s'ils voulaient dire : « Vous êtes les bienvenus. » À la fin de notre cercle, un renard est apparu. Silencieux, vigilant, majestueux. Pour moi, il était un messager entre les mondes – l'animal totem de notre cercle, qui nous protégeait et me confirmait que nous étions sur la bonne voie. C’est ainsi que ce week-end de préparation à Herbstein m’a fait ses adieux, comme une compagne qui me chuchote : « Continue. » Je suis revenue en tant que membre d’une communauté qui relie le visible au mystérieux – avec en moi une étincelle porteuse d’idées, de confiance et de la certitude que chaque pas, aussi petit soit-il, fait partie d’un grand chemin commun. Anam Cara photo: Anna Oakflower

When I arrived in Herbstein, it felt as though the place was welcoming me like an old friend. From the very first step, there was a quiet familiarity in the air – almost as if the ground itself recognised my footsteps. I immersed myself in the wintry, sombre charm of this land, where silence speaks its own language and every breath connects me more deeply with the earth. Above me, tree creepers, titmice and sparrows called out – their voices a quiet greeting of the coming spring. Squirrels scurried busily between the branches, and as darkness enveloped the day, the call of a tawny owl gave me a sense of peace and security. That night, a sky of rare clarity opened up above the holiday village. The constellations seemed to whisper stories to me, and I felt my thoughts drifting far away – beyond the forests, towards longings and goals that lie deep within me. Beneath this sparkling firmament, every word, every smile and every thought felt meaningful. I sensed that everything visible is merely part of a greater fabric that connects us all. This web – as delicate as the light in the morning dew, as strong as the roots of ancient trees – became for me a symbol of our theme: ‘Weaving the Web’. I could literally feel ideas, actions and encounters weaving themselves into a living web: humanity and nature, past and future, dream and deed. Every thread we spin together brings its own radiance to the whole. In the frozen ground, I read the tracks of the wildlife – quiet tales of the invisible life of the night, which continues to unfold in its silent order. The river, wild and unyielding, defined a space where nature and humanity are allowed to breathe side by side. I let myself drift amongst groves of trees, enchanted paths and open glades – places that invite one to linger, dream and listen. A peculiar, luminous energy permeated this place. I felt it in the wind, in the branches, in the moss beneath my feet. It was as though the guardians of this land were watching over us with a benevolent gaze – as if to say: “You are welcome.” As our circle drew to a close, a fox appeared. Quiet, alert, dignified. To me, it was a messenger between worlds – the spirit animal of our circle, protecting us and confirming to me that we are on the right path. And so this planning weekend in Herbstein bid me farewell like a companion whispering to me: “Keep going.” I returned as part of a community that connects the visible with the mysterious – with a spark within me that carries ideas, confidence and the knowledge that every step, however small, is part of a great shared journey. Anam Cara pictures: Anna Oakflower
vAls ich in Herbstein ankam, fühlte es sich an, als würde mich der Ort wie eine alte Freundin empfangen. Schon beim ersten Schritt lag eine stille Vertrautheit in der Luft – fast so, als erkenne der Boden selbst meine Schritte. Ich tauchte ein in den winterlich-düsteren Charme dieses Landes, wo die Stille ihre eigene Sprache spricht und jeder Atemzug mich tiefer mit der Erde verbindet. Über mir riefen Baumläufer, Meisen und Spatzen – ihre Stimmen ein leiser Gruß des kommenden Frühlings. Eichhörnchen huschten geschäftig zwischen den Zweigen, und als die Dunkelheit den Tag umhüllte, schenkte mir der Ruf eines Waldkauzes ein Gefühl von Ruhe und Geborgenheit. In jener Nacht öffnete sich über dem Feriendorf ein Himmel von seltener Klarheit. Die Sternbilder schienen mir Geschichten zuzuflüstern, und ich spürte, wie meine Gedanken weit hinausdrifteten – über die Wälder hinweg, hin zu Sehnsüchten und Zielen, die tief in mir liegen. Unter diesem funkelnden Firmament fühlte sich jedes Wort, jedes Lächeln und jeder Gedanke bedeutungsvoll an. Ich spürte, dass alles Sichtbare nur Teil eines größeren Gewebes ist, das uns miteinander verbindet. Dieses Gewebe – fein wie das Licht im Morgentau, stark wie die Wurzeln alter Bäume – wurde für mich zum Sinnbild unseres Themas: „Weaving the Web“. Ich konnte förmlich fühlen, wie sich Ideen, Handlungen und Begegnungen zu einem lebendigen Netz verweben: Mensch und Natur, Vergangenheit und Zukunft, Traum und Tat. Jeder Faden, den wir gemeinsam spinnen, trägt seinen eigenen Glanz in das Ganze. Im gefrorenen Boden las ich die Spuren des Wildes – leise Erzählungen vom unsichtbaren Leben der Nacht, das in seiner stillen Ordnung weiterwirkt. Der Fluss, wild und unbeugsam, begrenzte dabei einen Raum, in dem Natur und Mensch nebeneinander atmen dürfen. Ich ließ mich treiben zwischen Baumgruppen, verwunschenen Pfaden und offenen Lichtungen – Orte, die zum Verweilen, Träumen und Lauschen einladen. Eine eigentümliche, helle Energie durchzog diesen Ort. Ich spürte sie im Wind, in den Ästen, im Moos unter meinen Füßen. Es war, als beobachteten uns die Hüter dieses Landes mit einem wohlwollenden Blick – als wollten sie sagen: „Ihr seid willkommen.“ Beim Abschluss unseres Kreises erschien ein Fuchs. Leise, wachsam, würdevoll. Für mich war er ein Bote zwischen den Welten – das Krafttier unseres Kreises, das uns schützte und mir bestätigte, dass wir auf dem richtigen Weg sind. So verabschiedete mich dieses Planungswochenende in Herbstein wie eine Gefährtin, die mir zuflüstert: „Geh weiter.“ Ich kehrte zurück als Teil einer Gemeinschaft, die das sichtbare mit dem geheimnisvollen verbindet – mit einem Funken in mir, der Ideen, Zuversicht und das Wissen trägt, dass jeder noch so kleine Schritt Teil eines großen gemeinsamen Weges ist. Anam Cara

Man spürt schon, dass etwas in der Luft liegt. Es ist kalt und dunkel. Man möchte sich am Liebsten Zuhause einmummeln mit einem Gewürztee und wenn man hat: An einer Feuerstelle. Das moderne Leben sieht jedoch meist ganz anders aus. Dabei wäre es gerade jetzt zurzeit des Rückzugs der Natur wichtig, selbst auch zur Ruhe zu kommen. Damit das im stressigen Alltag mit Familie, Arbeit und geschäftigem Treiben möglich ist, muss man erstmal wissen, was man eigentlich gerade braucht. Oft ist es gar nicht so viel…. Einfach mal nur atmen, langsam, ein und aus, ... und dann spüren, was höre ich? Was fühle ich? Was rieche ich? Was sehe ich? Kann ich was schmecken? Und dann weiterfragen: Wie geht es mir gerade? Wo drückt gerade der Schuh? Was beschäftigt mich gerade? Was möchte ich jetzt in diesem Moment tun? Was brauche ich jetzt gerade? Das muss gar nicht viel groß und wundervoll sein…. Bei mir ist es oft einfach nur ein kurzes Durchatmen, das mir hilft mich in dieser Zeit nicht selbst zu verlieren. Oder das Radio und die Musik, das Geplapper der Welt ausschalten. Die Gewürze beim Backen mal intensiv wahrnehmen. Manchmal brauche ich mehr: Eine Tasse warmen Tee und eine leuchtende Kerze. Diese kleinen Auszeiten können so viel Kraft schenken.

Endlich war es wieder so weit: Ein Treffen von Druiden in entspannter Umgebung. Für den Ritualworkshop II von Matt McCabe und Anna Oakflower Ende November 2025 machten sich Druiden aus alles Himmelsrichtungen auf, um sich im ruhigen bayrischen Örtchen namens Voitmannsdorf auf dem Avena-Hof zu versammeln, um gemeinsam Rituale zu gestalten. Als wir am Freitagabend ankamen, herrschte ein wirbeliges Treiben bis sich alle gegenseitig begrüßt und herzlich umarmt hatten, so als hätte man sich vor Jahren das letzte Mal gesehen. Wunderbar. Noch bevor zum Abendessen gerufen wurde, versammelten wir uns im Seminarraum, der mit einer schönen Mitte gestaltet war. Diese ließ schon darauf schließen, was uns in den nächsten Tagen beschäftigen sollte Es ging darum, die drei keltischen Reiche Himmel, Land und Meer mit allen Sinnen zu erleben und sie in einem Ritual für alle erfahrbar zu machen. Keine so leichte Aufgabe wie man zunächst glaubt. Die Aufregung wurde zunächst groß, als das erneute betreten des Seminarraums von den beiden Kursleitern besonders berührend und mit bedecktem Haupt von statten ging. Umso fokussierter und ruhiger war es nach dem Ritual dann im Raum, erfüllt von den geflüsterten Worten und der besonderen Stimmung. Nach einer Vorstellungsrunde, in der der Fokus auf die Verbindung zum eigenen Wohnort lag, ging es zum Essen, wo man sich weiter austauschen konnte. Mit wunderbarem Essen im Magen und vielen neuen Geschichten im Ohr ging es noch einmal in den Seminarraum für weitere Aufgaben. So ging ein langer Tag zu Ende.
1. Eine moderne Geschichte: Die Nacht des Übergangs Der Nebel kam früh an diesem Tag. Schon am Nachmittag legte er sich über die Hügel der Buckligen Welt, wie ein stilles Meer aus silbrigem Atem. Die Sonne schien müde, und die Erde roch nach feuchtem Laub und Rauch. Bria zog den Mantel enger um sich und stieg den alten Hohlweg hinauf, der zum Waldrand führte. In ihrer Hand trug sie eine kleine Laterne, in der das Licht flackerte – nicht stark, aber beständig. Seit Kindheitstagen kannte sie diesen Weg. Früher war sie mit ihrem Großvater hier gewesen, um „die Ahnen zu grüßen“, wie er es nannte. Damals hatte sie es nicht verstanden – warum man in der Dunkelheit hinausgeht, wenn alle anderen sich ins Warme zurückziehen. Heute wusste sie es besser. Es war der Abend von Samhain, der Nacht, in der die Schleier dünn werden. In der man die Stimmen hört, die sonst im Wind verwehen. In der man sich erinnert, woher man kommt – und was man loslassen darf. Bria stellte die Laterne am Waldrand ab. Der Wind trug das Rascheln der Buchenblätter zu ihr, das ferne Rufen eines Käuzchens, das Schnaufen des Bodens, der sich unter der Kälte spannte. Sie nahm einen kleinen Stein aus der Tasche – glatt und rund, ein Stück Bergkristall, das sie tagsüber am Bach gefunden hatte. Er fühlte sich kühl an, doch zugleich lebendig, als würde er die Schwingung des Ortes in sich tragen. „Für das, was war“, flüsterte sie, und legte den Stein ins Moos. Dann zog sie ein zweites kleines Stück hervor: ein Federchen, das sie auf dem Dachboden gefunden hatte, zwischen alten Spindeln und vergilbten Leinen – eine Gänsefeder. Sie erinnerte sie an ihre Großmutter, die einst in den Rauhnächten Geschichten von der Percht erzählt hatte, der Weißen Frau, die mit den Wildgänsen zieht und die Spinnerinnen prüft. „Für das, was kommen darf“, sagte Bria und legte die Feder neben den Stein. Für einen Moment geschah nichts. Nur der Nebel bewegte sich, fließend und lebendig, als atme der Wald selbst. Dann aber glaubte sie, eine Bewegung zu sehen – nicht vor, sondern im Nebel. Ein Schemen, eine Silhouette. Ein Gesicht, das aus Licht und Schatten gewebt war. Bria erschrak nicht. Etwas in ihr erkannte diese Gestalt, lange bevor der Verstand es konnte. Die Frau im Nebel trug ein weißes Gewand, das wie Frost glitzerte, und in ihren Händen eine Spindel, auf der das Licht selbst gesponnen schien. Ihre Augen blickten tief, so alt wie das Land, und doch voller Güte. „Perchta …“ flüsterte Bria, kaum hörbar. Die Gestalt neigte den Kopf, fast wie im Gruß. Dann sprach sie – nicht mit Worten, sondern mit einem Klang, der im Innersten vibrierte: „Du gehst, wo zwei Welten sich berühren. Vergiss nicht: Das Ende ist der Anfang, und Dunkelheit ist nur das Kleid des Lichts.“ Ein leiser Wind erhob sich, trug den Nebel fort – und die Gestalt war verschwunden. Nur die Laterne flackerte weiter. Bria blieb noch lange dort stehen, bis der Mond sich zeigte – ein fahles, rundes Auge über den Hügeln. Sie wusste, dass dies kein Traum gewesen war. Samhain hatte ihr die Schwelle geöffnet, und Perchta war hindurchgetreten – als Zeichen, als Erinnerung, als Segen.






