Hirsch

Hier beschreibt eine Teilnehmerin ihr Erleben mit der Hirschgruppe: 

 

Das Mysterienspiel selber war für mich etwas ganz Neues: Noch nie im Leben habe ich vor so vielen Menschen etwas vorgeführt – ich war total nervös! Und völlig unnötig wieder. Alles lief gut – und sogar Komplimente haben wir im Anschluß bekommen. Unsere Teil-Gruppe hatte die Darstellung des Hirschen als Seelenbegleiter in die Anderswelt übernommen. Ian, der weiße Schatten, hatte den Part des Menschen übernommen, der zunächst in Fötalstellung auf dem Boden lag, dann als Kind anfing zu krabbeln, sich aufrichtete und erwachsen wurde – bis hin zum alten Menschen, der sich auf einen Stock stützte und schlußendlich vor dem Tor der Anderswelt (welches wir durch zwei Ahornäste dargestellt hatten) starb.

Isabelle und ich hatten die Rolle von Geistern in der Anderswelt – mit weißen Masken, mit Doppelspiralen auf der Masken-Stirn aufgemalt. Wir haben ein schwarzes Tuch über ihn gedeckt und uns dann wieder zurückgezogen hinter das Tor. Tahira schließlich stellte unseren Hirsch dar. Mit einem Geweih auf dem Kopf, Fell über den Schultern und das Gesicht schön bemalt. Sie durchschritt das Tor zur Anderswelt, richtete ihn vorsichtig auf und holte ihn hinein – schützend die Hände auf seinen Schultern. Wir traten Ian dann wieder entgegen, nahmen die Masken ab und gaben uns als Freunde zu erkennen, die ihn mit den Worten „welcome to the Otherworld, dear friend! We missed you!“ begrüßten. Das war das Ende unserer Szene und es folgten die drei anderen Vorstellungen unserer Gruppe, die drei weitere (der vier sagen wir mal „wichtigsten“) Eigenschaften des Hirsches darstellten, die wir in dem Workshop ausgearbeitet hatten. 

 

Anne Bot